Prepaid Tarife

Längst sind die Prepaid-Angebote der Mobilfunkanbieter nicht mehr nur einfache „Erst bezahlen, dann abtelefonieren“ – Tarife. Auf der Suche nach neuen Kunden und Zielgruppen haben sich die Prepaid Tarife und ihre Möglichkeiten in den letzten Jahren wesentlich verändert. Vorreiter dieser Entwicklung waren die zahlreichen Mobilfunk-Discounter, die mit modifizierten Prepaid-Tarifen die SIM-Karten im Prepaid-Bereich neu gemischt haben.

So besteht ein vermeintlich günstiger Prepaid Tarif schon längst nicht mehr nur aus einem möglichst geringen Anschaffungspreis mit einem möglichst hohen Startguthaben. Doch gerade diese vielen individuellen Möglichkeiten machen es erforderlich, dass der Prepaid-Kunde den geplanten Einsatz sowie seine Telefongewohnheiten und die seiner zukünftigen Gesprächspartner kennt. Zwar sind einheitliche Preise für Telefonate oder Textnachrichten ein Merkmal der Prepaid Tarife, aber genau hier verbergen sich für den unerfahrenen Nutzer auch einige Fallstricke, denn der attraktivste SMS-Preis ist nichts wert, wenn beispielsweise der doppelte Betrag für Anrufe ins viel genutzte Festnetz berechnet wird. Wer also vorher weiß, dass er viele Anrufe zum Anbieter X tätigen wird, der sollte sich für diesen Anbieter entscheiden, weil die internen Verbindungen oftmals unschlagbar günstig oder gar kostenlos sind.

Kein Licht ohne Schatten und so sind solche Tarife auch bei anderen Verbindungen (beispielsweise ins Festnetz) dafür kostenintensiver als „klassische“ Prepaid Tarife. Ähnliche Prinzipien gelten für das Versenden von Textnachrichten oder für Gespräche am Wochenende. Auch hier werden besondere Vergünstigungen angeboten, die dann an anderer Stelle mit höheren Minutenpreisen wieder ausgeglichen werden. Apropos Minutenpreise: Auch hier liegt eine mögliche Stolperfalle für Prepaid Tarife verborgen. Bei den meisten Anbietern hat sich die so genannte 60 / 60 – Taktung durchgesetzt. Das bedeutet, dass bei Textnachrichten oder Telefonaten immer 60 Sekunden, also die volle Minute berechnet wird, selbst wenn der Anruf nur wenige Sekunden dauert. Wesentlich genauer und vor allem fairer ist da eine sekundengenaue Abrechnung nach der 60 / 1 – Methode. Da es sich hier aber um die Ausnahme handelt, muss der Prepaid-Kunde schon suchen, um solche Anbieter zu finden, aber es gibt sie.

Vielen Prepaid-Kunden ist auch der Service seines Anbieters sehr wichtig, insbesondere, da vor allem die Discounter keine Shops oder ähnliche Anlaufstellen unterhalten. In dem Fall sollte zumindest ein kompetenter und gut erreichbarer Online-Support angeboten werden. Auch das Aufladen der Prepaid-Karte ist eine wichtige Kaufentscheidung. Wer seinen Kunden diese Möglichkeit nur an einigen ausgewählten Tankstellen anbietet, wird wohl das Nachsehen haben. Je nach Anbieter sollte das Aufladen auch in Supermärkten, bei Partnerunternehmen, natürlich an Geldautomaten und im Internet möglich sein.

Wer also seine persönlichen Telefongewohnheiten, die künftigen Gesprächspartner und eventuell benötigte Unterstützung vor dem Kauf analysiert, wird sicher sein maßgeschneidertes Angebot finden, denn heutzutage passt auf jeden Topf ein Prepaid Tarif. Möchte man Geld sparen, so könnte man auch auf kostenlose SMS Anbieter aus dem Internet zurückgreifen, sofern man einen PC inkl. Internetanschluss zur Verfügung hat.